Als ich 2017 nach einem plötzlichen Entschluss nach Berlin kam, tat es am meisten weh, mein Gefühl der Zugehörigkeit zu verlieren.
Eine Woche zuvor war Migration noch kein Wort in meinem Wortschatz. Eine Woche später war sie meine Lebenswirklichkeit. Ich sprach die Sprache nicht und kannte niemanden. Jede Blume, jedes Insekt, jeder Baum und selbst die Pflastersteine kamen mir fremd vor. Ich konnte mich in dieser Stadt nicht heimisch fühlen. Innerlich weinte ich und dachte: Mein Zuhause ist dort, wo ich geboren wurde, auch wenn ich jetzt anderswo meinen Lebensunterhalt verdiene. Puduhepa war für mich wie ein tiefer Atemzug, eine liebevolle Hand, die mir die Tränen abwischte, und ein warmer Schal um meine Schultern.
Wann immer ich in Schwierigkeiten geriet, spürte ich den hoffnungsvollen Atem dieser wunderbaren Solidarität. Frauen in all ihrer Vielfalt berühren einander, ergreifen die ausgestreckte Hand und geben einander Rückendeckung. Sie sind wie ein bunter Regenbogen voller Hoffnung, der ihnen den Weg erhellt.
Wenn ich nach fünf Jahren zurückblicke, sehe ich den Ort, an dem mein verletztes Zugehörigkeitsgefühl heilen konnte und der mir Sicherheit und Hoffnung gab.
Puduhepa ist ein großes Herz, zu dem ich gern gehöre. Hier passen Frauen aufeinander auf, nehmen einander ernst und lieben einander. So geben sie dem Satz „Solidarität hält uns am Leben“ seine Bedeutung.