Als ich nach Berlin kam, war die Stadt für mich eine ganz neue Welt, die darauf wartete, entdeckt zu werden. Einerseits wollte ich mir hier ein gutes Leben aufbauen und alles, was ich sah, hörte und berührte, in mich aufnehmen. Andererseits war ich verunsichert, weil ich zum ersten Mal die Türkei verlassen hatte. Mit diesen Gefühlen lernte ich Puduhepa kennen. Meine Mitbewohnerin nahm mich am Arm und brachte mich zum ersten Treffen. Dort ein Stück Türkei wiederzufinden, machte mich sehr glücklich. Später schuf sich dieses Stück Heimat sein eigenes Land. Erst als ich dort spürte, wie ich mich entspannte, fiel mir auf, wie angespannt ich sonst durch die Berliner Straßen ging und wie fest ich die Zähne zusammenbiss.
Mit der Zeit wuchs Puduhepa, weil wir alles hinterfragten, jeden Schritt mit Bedacht gingen, jede Möglichkeit abwogen und viel Arbeit hineinsteckten. Puduhepa wurde zu einem Ort, an dem ich alle Fragen zu meinem neuen Leben in Deutschland stellen und jemanden zum Reden finden konnte, wenn ich mich einsam fühlte. Puduhepa half mir auch herauszufinden, was für ein Mensch ich sein möchte, und gab mir Raum, das im Alltag auszuprobieren. Heute gehe ich durch die Straßen und grüße wunderbare Menschen, die ich durch diesen Verein kennengelernt habe. Ich bin sehr froh, hier zu sein.