Puduhepa ist eine Fraueninitiative, die mit Bewusstsein und Herz handelt. Das ist auch ein Stück meiner eigenen Geschichte.
Wie viele Tage braucht eine Frau in einem anderen Land, in einer anderen Stadt, um andere Frauen zu finden, die ähnlich empfinden wie sie? Einen Monat oder im besten Fall fünfzehn Tage? Ich brauchte vier. Am vierten Tag nach unserem Umzug nach Berlin traf ich Frauen aus Istanbul, Ankara und sogar Isparta. Als ich sie kennenlernte, fühlte es sich an, als wären wir schon lange Arm in Arm unterwegs.
Frauen, die dieselben Verluste und dieselben Erschütterungen erlebt hatten und wütend waren. Frauen, die ihre verlorenen Werte, ihre Stellung und ihre Rollen auf den Schultern mitgebracht hatten und nun in die eigenen vier Wände gedrängt werden sollten.
Frauen, die nicht nur ein eigenes Zimmer, sondern das eigene Land verloren hatten. Die Wut brachte uns zusammen, die Angst machte uns stärker. Da waren zugleich der Atem tiefer Einsamkeit und die Beklemmung, festzustecken.
Es war schwer, das zu überwinden. Haben wir es überwunden? Nein. Es gibt noch immer Tiefen und Höhen, und wir werden weiter schreien und uns betrinken. Aber auf der Suche nach uns selbst fanden wir einander. Wir nannten uns Puduhepa, kehrten zu unseren Wurzeln zurück, weg von allem, was uns trennte, zurück zur Erde. Wir fanden eine Frau, die uns führen und den Weg zeigen konnte, und wollten, dass ihr Name bekannt wird …
Puduhepa ist noch sehr jung. Wie alle jungen Menschen erlebt sie ihre Tiefs intensiv und versucht, ihre Hochs zu bewältigen. Doch sie wird stärker, lernt dazu, hält trotz aller Müdigkeit die Augen weit offen und versucht, in Berlin anzukommen. Die Frauen von Puduhepa versuchen diesmal, sich mit eigenen Händen zu holen, was da ist. Wir wollen mehr werden. Wir wollen gehört werden und sichtbar sein.